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Auf einer CeBit vor der Jahrtausendwende – kurz nach der Einführung des D-Netzes – ergatterte ich mein erstes Handy.
Genau genommen ist die Bezeichnung Handy nicht ganz passend.
Wer sich noch an die Anfänge erinnert versteht, weshalb ich es liebevoll “Knochen” nannte.
Es war wohl das erste Mobilfunkgerät, das ohne Festeinbau oder Koffergriff verfügbar war.
Zu dieser Zeit war ich im Unternehmen der Einzige mit einem solchen Spielzeug.
Die anderen waren stolz auf ihre fest eingebaute Variante bzw. die Kofferlösung.
Entsprechende Aufmerksamkeit war garantiert.
Bei einer Grundgebühr von umgerechnet 60,- Euro und einem Minutenpreis von ca. 1,- Euro ein wahres Schnäppchen.
Das Gewicht des Knochens, ich meine des Mobiltelefons, verursachte höhere Kosten.
Es zerstörte mir jeden Mantel, in dem ich es halbwegs diskret unterbringen wollte.
Der Besitz eines solchen Gerätes galt damals als Luxus, mitunter auch als Wichtigtuerei.
Die höheren Kosten und die noch zurückhaltende Akzeptanz hatten jedoch auch ihre Vorteile.
Anrufe waren meist kürzer, konzentrierter und vorbereiteter als heute.
Es klingelte seltener und die Anrufe waren meistens wichtig.

Heute wird freizügiger Gebrauch vom Handy gemacht und damit auch von der Zeit anderer Menschen.

 

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